Der Arbeitskreis Dorfwärme informiert zum leider letzten Mal

Alflen

 

Wie viele bereits durch die Kreiswerke erfahren haben, wird das Projekt Dorfwärme in Alflen nicht weiterverfolgt. Auch sollten wir uns von der Illusion trennen, dass sich die Förderrichtlinien noch verbessern und mit diesem das Projekt zum Tragen kommt.

Wir persönlich sind über diesen Ausgang sehr enttäuscht. Leider haben unter dem Strich die Akzeptanz und der Wille gefehlt, um solch ein Projekt durch die Kreiswerke umzusetzen. Wir haben bis zum Schluss für ein Gelingen gekämpft, wollten die Anschlussnehmer aber nicht im Regen stehen lassen und haben daher um Klärung für die Anschlussnehmer gebeten.

Das Scheitern ist vielschichtig:

  • Der Wert von 500 kWh je Trassenmeter für die benötigte KFW-Förderung wurde nicht erreicht, wir lagen bei 487 kWh und hätten noch ca. 10 Haushalte benötigt.
  • Ein Teilprojekt mit einem nicht ausbaufähigen Heizwerk für nur 60 Haushalte erschien uns bei einer Akquise von 100 Haushalten als nicht sinnvoll, da auch kein vernünftiger Standort für die Heizzentrale in der Ortsmitte zu finden war
  • Die von der ehemaligen Umweltministerin Ulrike Höfken im Dezember 2020 gegenüber der Kreisverwaltung angekündigte Erhöhung der Landesförderung wurde nicht umgesetzt.
  • Eine direkte Anfrage des Arbeitskreis im April 2021 zum Sachstand beim zuständigen Ministerium für Klima, Umwelt, Energie und Mobilität ergab, dass zum Projekt Nahwärmenetz Alflen dort  bis dato keine belastbare Vorplanung oder eine Projektskizze seitens der Kreisverwaltung eingereicht wurde.
  • Die Vorverträge mit den Anschlussnehmern sind zwischenzeitlich ausgelaufen
  • Inwieweit die Preissteigerungen auf dem Bausektor dazu beigetragen haben, wollen wir nicht beurteilen, dies könnte man auch als vorgeschobenen Grund werten
  • Seitens des Ingenieurbüros wurden uns falsche Hoffnungen gemacht

Nachhaltigkeit und regionale Schaffung von Arbeitsplätzen scheint in Cochem und Mainz nicht im Vordergrund zu stehen und die Wirtschaftlichkeit hat Vorrang vor dem Umweltschutz. Damit wurde aus unserer Sicht eine gute Chance verpasst, in Alflen jährlich ca. 150.000 Liter des fossilen Brennstoffes Öl durch regenerative Energien zu ersetzen und damit die CO2 Belastung zu reduzieren. Die Aussage im Artikel der Rheinzeitung vom 30.07.2021 erschien uns doch ein wenig dürftig.

Aus diesem Grund möchten wir klarstellen, dass die 9 Mitglieder des Arbeitskreises alles erdenkliche getan haben, um das Projekt zu verwirklichen.

Wir sagen von unserer Seite danke, an alle Mitstreiter, auch an die Kritiker für offene und ehrliche Kritik!

Leider hat es doch zum Schluss nicht gereicht. Daher werden wir uns in dieser Richtung nach über 2 Jahren Arbeit nunmehr ohne eine Perspektive aus diesem Projekt zurückziehen.

 

Es danken:      Berthold Schäfer, Hans-Georg Pötz, Rudolf Schneiders, Frank Schlawin, Manfred Fischer, Friedhelm Lautner, Patrick Fischer, Niklas Scheid und Dominic Hülsemann